22.01.2011  |
Coesfeld

Aus der Allgemeinen Zeitung vom 24.01.2011:
"Das klassische Bläserquintett hat es schwer. Obwohl die Fülle der möglichen Klangfarben weitaus größer ist als die anderer Ensembles, gelingt es häufig nicht, sich gegen die Dominanz der Streicherkultur durchzusetzen. Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott müssen also häufig im Schatten agieren. Werden sie aber ins Licht gestellt, erschließt sich eine Fülle wunderschöner Musik.
... Die impressionistischen Effekte der Musik von Claude Debussy sind bekannt. Aber dass sich seine vierhändige kleine Klaviersuite auf Blasinstrumente übertragen lässt, klang im positiven Sinne überraschend. Die raffinierten Klänge schienen durch die bläserische Formation noch deutlich an Ausdruck zu gewinnen, unzweifelhaft besser als in der Originalbesetzung!
... Dass das Ensemble eine äußerst disziplinierte homogene Darstellungsweise in Agogik, Tempo und Dynamik offerierte, war selbstverständlich. Solch ein feiner argentinischer Caballero braucht um die Gunst der Europäer nicht zu buhlen: Astor Piazzolla, der unangefochtene König des Bandoneon und Tango zeigte in seinem Werk „L´Histoire du Tango“ seine ganze Meisterschaft. Das Arirang-Quintett auch: vier Sätze mit illustren Bezeichnungen vermittelten einen höchst interessanten Schnitt durch eine häufig verkannte Epoche internationaler Musikkultur. Fazit des Abends: ausnehmend gepflegte Kammermusik und 'nette junge Leute'."
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